Vertrauen der Eltern in den Minister bereits zum Schuljahresbeginn verspielt!

Mehr als 2400 Lehrer werden benötigt – ausgeschrieben werden aber nur 2000 Stellen

Die Folge: Mehr Abordnungen – mehr Unterrichtsausfall –steigende Sorgen der Eltern

 

Entgegen der Beteuerungen des Ministeriums und der festen Zusage des Ministers: „Die Unterrichtsversorgung zu verbessern und die Abordnungen einzudämmen“ stellen wir bereits zum Schuljahresbeginn fest, dass dieses Ziel deutlich verfehlt wird“, kritisiert Dr. Hartwig Jeschke, Vorsitzender des Verbands, in einer ersten Stellungnahme die Situation an den Gymnasien. Unzählige Meldungen besorgter Eltern belegen eindeutig: Wieder einmal sind es die Gymnasien, die zum neuen Schuljahr in unverhältnismäßig  hohem Ausmaß von Abordnungen und dramatischen Unterrichtskürzungen betroffen sein werden. „Der anhaltende Mangel wird zum neuen Schuljahr nur versteckter „verwaltet“, führt Dr. Jeschke aus, da Gymnasiallehrkräfte jetzt an Schulen der Sek I aushelfen müssen, oder dort „zwischengeparkt“ werden. Die Bewerber für das Gymnasium werden zwangsverpflichtet zunächst an anderen Schulformen zu unterrichten, obwohl die Unterrichtsausfälle an den Gymnasien bereits jetzt gravierend sind. Seit Jahren fordert der Verband der Elternräte das Ministerium auf, endlich die Zahlen der tatsächlichen Unterrichtsversorgung für die verschiedenen Schulformen zu ermitteln und zu der statistischen in Relation zu setzen, damit der Öffentlichkeit verdeutlicht wird, was täglich betroffene Eltern bereits wissen: Leistungsanforderungen und Qualität des Unterrichts sinken, Förderunterricht fällt aus, Ganztagsangebote werden gestrichen, Inklusion kocht auf „Sparflamme“! Angesichts dieser dauerhaft angespannten Situation ist kaum nachvollziehbar, dass bei einem vom Kultusministerium ermittelten Bedarf von 2400VZL (Vollzeitlehrkräften) lediglich 2000 Stellen ausgeschrieben wurden. „ Schreibt man womöglich gleich zu Beginn weniger Stellen aus, damit wir Eltern den Eindruck gewinnen, bei Erreichen der Zielmarke von 2000 Lehrern sei die Welt in Ordnung? Hier wird mit falschen Zahlen jongliert!“, unterstreicht Dr. Jeschke.

 

Über einen langen Zeitraum und in einem bemerkenswerten Kraftakt waren es unsere Lehrer, die durch ihre Bereitschaft Zusatzstunden zu leisten und teilweise in ihrer Freizeit Aufgaben zu übernehmen, den Unterricht – auch in den sogenannten Mangelfächern – und die Fortführung von Arbeitsgemeinschaften ermöglichten. Neueste Zahlen des Ministeriums zeigen in erschreckender Weise, dass bei insgesamt 221 VZL, die jetzt regulär in den Ruhestand eingetreten sind, sich zum Ablauf des vorherigen Schuljahres sogar Lehrkräfte in einer Größenordnung von 861 VZL  auch aufgrund gesundheitlicher Probleme entschieden haben, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. „Das ist eine besorgniserregende Entwicklung und zeigt die angespannte Situation an den Schulen zum Schuljahresbeginn“, erklärt Dr. Jeschke und führt fort, „wir können nicht akzeptieren, dass die fehlgeleitete Politik auf dem Rücken der engagierten Lehrerschaft ausgetragen wird.“

 

In der Vergangenheit hatte der Verband immer wieder aktuelle Zahlen der mangelnden Unterrichtsversorgung durch Umfragen bei den Mitgliedern ermittelt und umsetzbare Pläne zur Behebung der schlechten Unterrichtsversorgung, gemeinsam mit dem Philologenverband Niedersachsen, vorgestellt. Mehr und mehr gewinne man jedoch den Eindruck, dass die Große Koalition „den Ball flach halten“ wolle und nach dem Vogel-Strauß-Prinzip: „Augen zu und durch“, sich durch die erschreckende Schulsituation lavieren möchte und die massiven Problem ignoriere. Angesichts der angespannten Lage an den Schulen ließe sich keine andere Schlussfolgerung treffen. Nicht nachzuvollziehen sei daher, dass im Kultusministerium Stellen zugunsten anderer Ministerien abgebaut werden und es immer noch keinen „Masterplan Bildung“ gibt, wenn doch angeblich „Bildung“ ein zentraler Regierungsauftrag der Großen Koalition ist. „Die Zeit der Schönfärberei ist schon lange vorbei, jetzt müssen endlich Taten folgen“, unterstreicht Dr. Jeschke empört. Bisher zeigt sich jedoch: Das Ministerium wird auch in diesem Schuljahr das Klassenziel nicht erreichen und die Auswirkungen einer nicht geordneten Unterrichtsversorgung werden die Schülerinnen und Schüler und Eltern jeden Tag verzweifelt spüren!

 

Dr. Hartwig Jeschke, Vorsitzender

Petra Wiedenroth, Geschäftsführerin

2018-08-06T10:14:34+00:006. August 2018|Pressemitteilungen|