Das Virus Covid-19 und die damit verbundene Hausbeschulung- gern auch Homeschooling genannt, hat uns in ganz Deutschland und besonders im ländlichen Niedersachsen, die Defizite der Digitalisierung an unseren Schulen aufgezeigt.

Mit Hochdruck soll nun daran gearbeitet werden, damit auch Deutschland in die Riege der Länder mit einer wirklichen digitalen Schule aufrücken kann.

Apples iPads sind hier oft erste Wahl und es ist ganz einfach: Alle Eltern kaufen ihren Kindern ein solches Geräte für rund 400,00 EUR.

Wem das zu teuer erscheint, kann es gern leihen, für ca. 15,00 EUR im Monat.

Hier wird ganz einfach vorausgesetzt, dass Eltern dies leisten können. Wer es nicht kann, kann ein paar Formulare ausfüllen, sich und sein Kind damit als „arm“ oder „mittellos“  brandmarken und bekommt dann ggf. ein Gerät geliehen.

Seit Jahren gibt es die Lehrmittelfreiheit in Niedersachsen nicht mehr – das Leihen von Büchern kostet im Jahr 2020 so viel, wie vor 20 Jahren der Kauf von Schulbüchern.

Mit dem gängigen Zubehör zahlt eine Familie mit zwei Kindern kurz vor dem Sommerurlaub gern einmal 300,00 EUR und mehr, um die Kinder in das nächste Schuljahr schicken zu können. Dazu kommt dann noch das Kopiergeld und Studien- und Klassenfahrten, u.v.m. – ja Kinder kosten Geld!

Kinder dürfen Geld kosten – Bildung nicht!

Hier muss eine Grenze gesetzt werden und diese Grenze ist mit der im Raum stehenden Anschaffung von elternfinanzierten Geräten, die die digitale Bildung unterstützen sollen, erreicht.

Endgeräte jeglicher Art, ob als registrierte Tablets oder für „Bring Your Own Device“ sind von der Schule bzw. vom Schulträger oder vom Land für unsere Kinder zu stellen.

Für die Eltern dürfen hier keine weiteren Kosten entstehen! Es wäre müßig, wieder einmal auf die Chancengleichheit hinzuweisen. Alle diese entstehenden und bereits entstandenen Ungerechtigkeiten sind bekannt und es wurde oft genug darauf hingewiesen.

Der Verband der Elternräte der Gymnasien fordert von der Politik und den Schulträgern klare Konzepte zur Finanzierungen dieser Geräte, ohne die Kosten auf die Eltern abzuwälzen.

Eltern können diese Kosten, besonders in Zeiten von Kurzarbeit und drohender Arbeitslosigkeit, nicht zugemutet werden.

 

Andrea Reschke

 

Hannover, 09. Juli 2020