Die Unterrichtsbeeinträchtigungen durch die Covid-19 -Pandemie haben vor allem in der Oberstufe, im Hinblick auf das Abitur 2021 sehr große Auswirkungen. Die für die Abiturprüfung relevanten Themen konnten im zweiten Halbjahr an allen Gymnasien weder einheitlich noch in erforderlichem Umfang unterrichtet werden. Das kann auch im nächsten Schuljahr, selbst wenn es mit dem geplanten Regelbetrieb funktionieren sollte, nur bedingt nachgeholt werden.

Die Hinweise zur Abiturprüfung durch das Kultusministerium und die Kürzung der thematischen Schwerpunkte sind richtige Schritte, um diesen Beeinträchtigungen und Ungleichheiten im Unterrichtsumfang entgegenzuwirken. Speziell im Fach Mathematik ist die Festlegung sehr richtig, dass die Schulen selbst darüber entscheiden können, aus welchem Sachgebiet, neben Analysis, der zweite Aufgabenblock gestellt werden soll.

Insgesamt ist hier aber leider zu kurz gedacht und die getroffenen Maßnahmen gehen nicht weit genug. Es könnte nicht einmal in einem normalen Regelbetrieb im nächsten Schuljahr sichergestellt werden, dass alle angehenden Abiturienten* denselben Umfang am Unterrichtsstoff durchnehmen können und damit dieselben Voraussetzungen für das Abitur haben

Daher fordert der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens das Kultusministerium auf, die Sinnhaftigkeit eines Zentralabiturs 2021 grundsätzlich zu überdenken und eine Aussetzung des Zentralabiturs für nächstes Jahr ernsthaft in Betracht zu ziehen. Die logische und einzig gangbare Alternative wäre, dass die Schulen und damit die Fachlehrer die Vorschläge für die Abiturklausuren für ihre Kurse erstellen, denn sie können als Einzige beurteilen, welche Themengebiete in welchem Umfang unterrichtet werden konnten.

Wenn das Kultusministerium und die Landesschulbehörde gerade an Plan A und Plan B für den Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien arbeiten, muss die Möglichkeit der Durchführung eines dezentralen Abiturs in 2021 sowie der durchgängige und lückenlose Präsenzunterricht des Abiturjahrgangs, auch in parallelen Gruppen, ganz oben auf der Agenda stehen.

Es ist noch genügend Zeit, um nach den Sommerferien die Weichen für die richtige Vorbereitung der Abiturienten* und die Abiturklausuren zu stellen. Wir fordern das Kultusministerium und die Landesschulbehörde auf, diese Zeit sinnvoll und zielführend zu nutzen!

 

Waliuollah Ali

 

Vorsitzender

Verband der Elternräte der Gymnasien Nds. e. V.

 

Hannover, 14. Juli 2020