Der Vorstand des Verbandes der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens traf sich am Mittwoch mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne, um die aktuell wichtigen Themen zum Schulstart sowie die Wünsche und Forderungen der Eltern mit dem Minister zu besprechen.

In einem sehr offenen, angenehmen und konstruktiven Austausch wurden die wichtigsten Themen besprochen.

  • Zur aktuellen Unterrichtsversorgung und zu möglichen Abordnungen fordert der Verband der Elternräte, die Zahl der Abordnungen möglichst gering zu halten und die Gymnasien rechtzeitig über den Bedarf an Abordnungen zu informieren, um eine bessere Planbarkeit an den Gymnasien sicherzustellen. Seitens des Ministers ist eine bessere Planbarkeit für alle Seiten ebenfalls ganz klar gewünscht. Sobald die Einstellungsverfahren abgeschlossen und der tatsächliche Bedarf feststeht, werden die Gymnasien unverzüglich informiert. Der Minister ist sicher, dass es in diesem Jahr weniger Abordnungen geben wird als in den vergangenen Jahren, da in diesem Jahr mehr Grundschullehrer eingestellt werden konnten und sich somit auch strukturell eine deutliche Verbesserung der Unterrichtsversorgung an den Grundschulen abzeichnet und dadurch weniger Abordnungen nötig sein werden.
  • Der geplante eingeschränkte Regelbetrieb nach den Sommerferien und die Szenarien werden vom Verband der Elternräte auf Basis der aktuellen Empfehlungen und Entwicklungen als sinnvoll angesehen. Es hat sich gezeigt, dass die Teilung der Klassen in Lerngruppen gut funktioniert und in vielen Fällen sogar zur Effizienzsteigerung geführt hat.
  • Einen uneingeschränkten Regelbetrieb wird es im nächsten Schuljahr nicht geben, darin sind sich der Verband und das Kultusministerium einig. Es soll aber auf jeden Fall sichergestellt werden, dass vor allem für den Abiturjahrgang und andere Abschlussjahrgänge der Unterricht möglichst komplett stattfindet. Das ist ein zentrales Anliegen des Verbands der Elternräte und auch des Kultusministers, dass das Abitur 2021 gleichwertig zu den Abschlüssen in den Jahren zuvor ist und sich die Abiturienten* ohne Einschränkungen über ihren Abschluss freuen können.
  • Eine weitere wichtige Forderung des Verbandes, im Falle von längeren Schulschließungen und Unterrichtsausfällen über ein dezentrales Abitur an den Gymnasien Niedersachsens nachzudenken, wird vom Kultusministerium positiv aufgenommen und zugesichert, dass in solchen Fällen auch an einzelnen betroffenen Gymnasien ein dezentrales Abitur in Betracht gezogen werden kann.
  • Die Kürzungen der thematischen Schwerpunkte in einzelnen Fächern für das Abitur werden vom Verband als richtiger und sehr wichtiger erster Schritt angesehen. Es wird ein kontinuierlicher Austausch über sinnvolle Anpassungen in diesem Bereich zwischen dem Verband und dem Kultusministerium vereinbart, um bei Bedarf weitere Nachbesserungen hier durchzuführen, wenn der empfohlene Unterrichtstoff fürs Abitur nicht durchgenommen werden kann. Wenn nötig, sollen sogar Sonderregelungen für einzelne Gymnasien erlassen werden.

Generell fordert der Verband der Elternräte eine größere Eigenverantwortlichkeit und größere Entscheidungsfreiheiten für die Schulen, damit diese selbst, ihren Gegebenheiten und Möglichkeiten entsprechend, die richtigen Entscheidungen für sich treffen können. Diese Forderung wird vom Kultusminister sehr begrüßt und grundlegend unterstützt, da gerade im eingeschränkten Schulbetrieb die Voraussetzungen an einzelnen Schulen sehr unterschiedlich sind und eine zentrale Vorgabe bis ins Detail, in vielen Fällen nicht sinnvoll ist.

Für die Schulfahrten wird seitens des Kultusministeriums die Zusage gegeben, dass die Durchführung der Schulfahrten keinen Tag länger als nötig verzögert werden. Eine zuverlässige Planung ist aus aktueller Sicht nicht möglich, es wird jedoch empfohlen, für 2020 keine Schulfahrten zu planen.

Für die notwendige Digitalisierung an den niedersächsischen Schulen begrüßen der Verband und der Kultusminister die bereits gestarteten Initiativen und sind sich darin einig, weiterhin nachhaltige und sinnvolle Konzepte kurzfristig und schnell umzusetzen. Die Mittel aus dem Digitalpakt sollen zielführend und nicht für kurzfristig gedachte Aktionen eingesetzt werden.

Der Verband fordert den Kultusminister auf, für die Schulen ein einheitliches Grundkonzept für die Digitalisierung und für die Medienkompetenz vorzugeben, an denen sich die Schulträger generell halten müssen. Damit muss nicht jede Schule mit ihrem Schulträger einzeln über den notwendigen Standard und dessen Sicherstellung verhandeln. Diese Forderung wird von Herrn Tonne sehr positiv aufgenommen und es wird vereinbart, in einem gemeinsamen Dialog diese Kernanforderungen zu konkretisieren.

Aus Sicht des Verbandes ist es besonders erwähnenswert, dass es zu einer neuen Gesprächskultur zwischen dem Ministerium und dem Verband der Elternräte gekommen ist, die auf einem sehr respekt- und vertrauensvollen, sowie konstruktiven Austausch basiert. Parteipolitische Diskussionen gehören der Vergangenheit an und werden hier zukünftig keine Rolle mehr spielen.

Der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens freut sich sehr über die sehr offene und konstruktive Gesprächsatmosphäre mit Herrn Kultusminister Tonne. Die wichtigen Themen und Anliegen der Eltern konnten gemeinsam besprochen werden und fanden große Zustimmung beim Minister.

 

Waliuollah Ali

Vorsitzender

Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens e. V.

 

Hannover, 23. August 2020